Lamberto Tassinari wurde 1945 in Castelfiorentino (Toskana) geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er auf der Insel Elba. Nach einem Abschluss in Philosophie an der Universität Florenz lebte er in verschiedenen italienischen Städten. Im Dezember 1980 verließ er Italien und wanderte mit seiner kanadischen Frau Patricia und zwei Kindern nach Montreal aus. 1983 gründete er zusammen mit Freunden das transkulturelle Magazin ViceVersa, das er bis zur letzten Ausgabe 1997 herausgab. Als Chefredakteur nahm Tassinari an zahlreichen Symposien und internationalen Veranstaltungen teil, darunter am Forum „L’État des Revues“ im Centre Pompidou in Paris (1987), am Symposium „Città Nuova, Nuova Città“ beim 31. Festival dei Popoli in Florenz (1990) und am Symposium „Pluralism and Literature“ an der Carleton University, Ottawa (ebenfalls 1990). Von 1982 bis 2007 lehrte er italienische Sprache und Literatur an der Université de Montréal, wo er 1985 den Roman „Durante la partenza“ und 1999 eine Essaysammlung mit dem Titel „Utopies par le hublot“ veröffentlichte. Sehr früh befasste sich Tassinari eingehend mit der wahren Herkunft William Shakespeares und enthüllte 2008 in „Shakespeare? È il nome d’arte di John Florio“ (Giano Books, Montreal), dass nur John Florio, Vielsprachler, Übersetzer von Montaigne und Boccaccio, Verfasser von Wörterbüchern sowie Sohn eines italienischen Einwanderers, aufgrund seiner fremdsprachlichen Kenntnisse und seines außergewöhnlichen Wissens auf dem Gebiet der humanistisch geprägten Renaissance für die Autorschaft der Werke Shakespeares in Frage komme. Ein Jahr später folgte eine überarbeite und erweiterte englischsprachige Ausgabe unter dem Titel „John Florio: The Man Who Was Shakespeare“ (Giano Books, Montreal), die für Aufsehen sorgte. Im Jahr 2016 erschien eine französische Ausgabe: „John Florio alias Shakespeare. L’identité de Shakespeare enfin révélée“ (Éditions Le Bord de l’eau, Lormont). Eine stark überarbeitete und erweiterte deutsche Ausgabe brachte 2025 der Res Novae Verlag heraus.